Latein

Latein – Was ist das eigentlich?

Caesars Rom, die Hauptstadt Italiens, wurde der Sage nach im Jahre 753 v.Chr. von Romulus gegründet und ist in der Landschaft Latium gelegen. Diese Gegend und ihre Bewohner, die Latiner, gaben der Sprache ihren Namen. Latein wurde die Verkehrssprache des Römischen Reiches, das vor ungefähr 2000 Jahren fast die gesamte um das Mittelmeer liegende Welt umfasste. Bei den Völkern, die unter römischer Herrschaft lebten, haben sich Sprachen herausgebildet, die aus dem Lateinischen abgeleitet sind: Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch, usw. Andere Sprachen wie Englisch und Deutsch haben einen großen Teil ihres Wortschatzes aus der lateinischen Sprache abgeleitet. Latein war nicht nur Sprache der Antike, sondern auch des Mittelalters und der Gelehrtenwelt der Neuzeit. Wen die politische, religiöse und wissenschaftliche Gemeinschaft der europäischen Völker in der Vergangenheit interessieren, wird um die lateinische Sprache nicht herumkommen. Sie hat fast zwei Jahrtausende Europas Geistesgeschichte geprägt und ist nicht aus dieser Welt verschwunden, sondern lebt in unzähligen literarischen Quellen weiter und ist als gemeinsames europäisches Kulturgut im Bewusstsein Europas erhalten geblieben.

Latein hilft, die deutsche Sprache besser zu verstehen und zu erklären. Man kann viele Fremdwörter im Deutschen aus dem Lateinischen ableiten. Lateinische Wörter werden so ausgesprochen, wie sie geschrieben werden. Latein als die „Muttersprache“ aller romanischen Sprachen erleichtert das Erlernen moderner Fremdsprachen. Schüler lernen, was Grammatik ist und wie Sprache funktioniert. Latein trainiert die Fähigkeiten, die auch für andere Schulfächer und das spätere Berufsleben wichtig sind: Beobachtungsgabe, Konzentrationsfähigkeit, Unterscheidungs- und Urteilsvermögen und sprachliche Ausdrucksfähigkeit Man lernt die Wurzeln der eigenen Kultur kennen, indem man Texte liest, die Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zur römischen Kultur deutlich machen. Schüler können einen Abschluss, das Latinum, erwerben, das ihnen Zugang zu vielen Studiengängen an der Universität ermöglicht (siehe Tabelle zum Erwerb des Latinums). Dazu gehören Deutsch, Geschichte, Englisch, Französisch, Griechisch, Theologie, Philosophie und Archäologie. Von Nutzen sind Lateinkenntnisse auch für Fächer wie Jura, Medizin und Biologie. In vielen Fächern benötigt man das Latinum für die Magister- und Doktorprüfung.
Wie lernt man Latein? Latein lernt man durch die Übersetzung lateinischer Texte ins Deutsche. Diese Texte behandeln Alltagsthemen (z.B. Leben einer römischen Familie, römischer Schulalltag), aber auch politische, historische, religiöse und philosophische Themen. Es sind literarische Texte (Gedichte, Fabeln, Sagen, Märchen) oder Sachtexte (wissenschaftliche Abhandlungen, Reiseberichte, Geschichtserzählungen), die z.T. zur Weltliteratur gezählt werden (z.B. Caesar, Bellum, Gallicum).

Wie erwirbt man das Latinum? (Latein wird an unserer Schule als zweite Fremdsprache ab Klasse 7 und als dritte Fremdsprache ab Klasse 9 angeboten. Wer Latein als zweite Fremdsprache bis Klasse 10 belegt, erhält als Abschluss das Kleine Latinum und bis Klasse 13 das Große Latinum. Voraussetzung ist die Mindestnote 4 auf dem Jahreszeugnis. Eine Abschlussprüfung findet nicht statt.

Welche Aktivitäten finden an unserer Schule statt? Die Lateinschüler unternehmen regelmäßig Tagesexkursionen. Ein Reiseziel ist das Winckelmann-Museum in Stendal, das eine ständige Ausstellung über Johann Joachim Winckelmann, den Begründer der klassischen Archäologie, aber auch Sonderausstellungen zu Themen der Antike für Schüler aller Jahrgangsstufen anbietet. Ein weiteres Ziel ist das Pergamon-Museum in Berlin, das die Schüler mit dem eindrucksvollen Pergamon-Altar und dem Markttor von Milet in Staunen versetzt. Zum ersten Mal wird im Schuljahr 2002/2003 auch eine Studienfahrt nach Rom angeboten, die mit einem Aufenthalt in Pisa, Pompeji und Ostia verbunden ist. Vielleicht wird daraus ebenfalls eine traditionelle Schulveranstaltung. Das Fach Latein jedenfalls steht für Tradition und Zukunft.

Unterrichtende Lehrer

  • Frau U. Fromme
  • Herr T. Hintersass
  • Herr J. Rohde
Scroll to top