Geschichte

Merkzahlen

Vor ca. 3 Mio. Jahren Erstes Auftreten des Menschen
12 000 v. Chr. Neolithische Revolution (Ackerbau und Viehzucht)
3000 v. Chr. Hochkultur in Ägypten
1200 v. Chr. Eisenzeit
800 v. Chr. Bronzezeit
450 v. Chr. Blütezeit der Demokratie in Athen (Perikles)
9 Schlacht im Teutoburger Wald
391 Christentum wird Staatsreligion im Römischen Reich
395 Teilung des Römischen Reiches
476 Untergang des Weströmischen Reiches
1054 Kirchenspaltung
622 Beginn der islamischen Zeitrechnung (Flucht Mohammeds nach Medina)
800 Kaiserkrönung Karl des Großen
919 Wahl Heinrich I. zum deutschen König
962 Kaiserkrönung Otto I.
11./12. Jh. Entstehung von Städten in Deutschland
1077 Investiturstreit – Bußgang Heinrich IV. nach Canossa
1095 Kreuzzugsaufruf Papst Urban I.
1099 1099 Erster Kreuzzug, Eroberung Jerusalems
1356 Goldene Bulle Kaiser Karl IV.

7./8. Klasse

221 v. Chr. Quin-Dynastie /Hochkultur in China
1445 Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Letter (Gutenberg)
1492 Entdeckung Amerikas durch Kolumbus
31.10.1517 Ablassthesen Luthers in Wittenberg
1524/25 Deutscher Bauernkrieg
1546-1608 Kurfürst Joachim Friedrich
1618-1648 Dreißigjähriger Krieg
1661-1715 Fürst Franz von Anhalt-Dessau
1776 Unabhängigkeitserklärung der USA
1789 Beginn der Französischen Revolution
1806 Ende des „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation“
1807 Reformen in Preußen
1812 Russlandfeldzug Napoleons
1813-1815 Befreiungskriege, Völkerschlacht bei Leipzig
1814/15 Wiener Kongress
1817 Wartburgfest
1832 Hambacher Fest
1834 Zollverein
1835 Erste Eisenbahnstrecke in Deutschland
1848/49 Revolution in Deutschland( Erstes deutsches Parlament in der Paulskirche
1870/71 Deutsch-französischer Krieg
1871 Gründung des Deutschen Kaiserreichs
Letztes Drittel 19. Jh. Herausbildung des Imperialismus
1914 – 1918 Erster Weltkrieg

9./10. Klasse

1917 Februar- und Oktoberrevolution in Russland
1918/19 Novemberrevolution in Deutschland
1919 Weimarer Verfassung
1929 Beginn der Weltwirtschaftskrise
1933 Hitler wird Reichskanzler
1935 Nürnberger Gesetze
1938 Anschluss Österreichs/Münchner Abkommen
1939-1945 Zweiter Weltkrieg
1942 Wannsee-Konferenz, Beginn des organisierten Völkermordes an den Juden
8. Mai 1945 Bedingungslose Kapitulation Deutschlands
1945 Gründung der UNO
1949 BRD/DDR
17. Juni 1953 Volksaufstand in der DDR
1961 Mauerbau
1985/87 Gorbatschow/ Reformbewegung in Osteuropa
1989 Friedliche Revolution in der DDR/ Zusammenbruch der SED-Herrschaft
1990 Vereinigung Deutschlands

Merkzahlen Kursstufe

Kurs 1 Industrialisierungsprozesse der Neuzeit

1769 Dampfmaschine von James Watt
Ab ca. 1770 Industrialisierung in England
Industrialisierung in Deutschland
1. Phase ca. 1840/50 – 1873 (Anschubphase/ Take off)
2. Phase ca. 1873 – 1900 (Hochindustrialisierung)
1807 – 1814 Erneuerung Preußens durch Reformen in Staat, Heer, Bildung
1834 Deutscher Zollverein, Aufhebung von Wirtschaftsschranken
1835 Erste deutsche Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth
1871 – 73 Gründerjahre
Ca. 1870 – 1. WK Imperialismus
1929 Weltwirtschaftskrise
1933 New Deal

Kurs 2 Unterschiedliche Wege bei der Herausbildung von Nationalstaaten im 18./19. Jh.

Frankreich
14.07.1789 Beginn der Französischen Revolution

USA
1620 erste religiös verfolgte Gruppen siedeln in Nordamerika (Pilgerväter)
1763 – 1789 Amerikanische Revolution
1775 – 1783 Im Unabhängigkeitskrieg siegen die Kolonien über England.
4.7.1776 Unabhängigkeitserklärung USA
1783 Friede von Paris
1787 (2.) Verfassung
1789 USA – Bundesstaat unter erstem Präsidenten G. Washington
1790 – 1890 Pionierzeit/ Eroberung des Mittleren und Fernen Westens
1845 „Manifest Destiny“ formuliert neue Form des amerikanischen Sendungsbewusstsein
1861 – 65 Sieg der Nordstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg erneut die Einheit der Union

Polen
3.5.1791 erste geschriebene Verfassung Europas (Maiverfassung)
1772 1. Teilung Polens durch Preußen, Russland, Österreich
1793 2. Teilung Polens durch Russland und Preußen
1795 3. Teilung Polens durch Preußen, Russland, Österreichs, Polen verschwindet von der politischen Landkarte
1918/19 Wiederrichtung des polnischen Staates
1939 – 1945 Okkupation Polens durch das faschistische Deutschland und die Sowjetunion im 2. Weltkrieg

Deutschland
1813 – 1815 Befreiungskriege gegen die napoleonische Fremdherrschaft
1814/15 Wiener Kongress: Neuordnung Europas und Deutschlands
1815 Deutscher Bund
1815 Deutsche Burschenschaft
1817 Wartburgfest
1819 Karlsbader Beschlüsse: Zurückdrängen der liberalen und nationalen Bewegung
1832 Hambacher Fest
1848/49 Deutsche Revolution unter Zielsetzung von Einheit und Freiheit
1849 Reichsverfassung, Scheitern der „Paulskirche“
1864 – 1866 – 1870/71 Kriege zur Reichseinigung
1864 Deutsch-Dänischer Krieg
1866 Preußisch-Österreichischer Krieg
1870/71 Deutsch-Französischer Krieg
1867 Norddeutscher Bund
1871 Gründung des Deutschen Kaiserreichs unter preußischer Führung
1914 – 1918 1. Weltkrieg

Kurs 3 Parlamentarische Demokratie und nationalsozialistische Diktatur

Krise des Parlamentarismus in der Zwischenkriegszeit
1917 Februar- und Oktoberrevolution in Russland
1922 Ende des Bürgerkrieges
Gründung der Sowjetunion
1924 Tod Lenins, Stalin setzt sich im Machtkampf durch
1929 1. Fünfjahrplan in der Sowjetunion
1936 „Große Säuberungen“

Italien

1922 Marsch auf Rom (Oktober)
1925 Faschistische Diktatur unter Mussolini

Zerstörung der Demokratie in der Weimarer Republik und nationalsozialist. Diktatur
1914 – 1918 Erster Weltkrieg
1918 Novemberrevolution in Deutschland
1919 Versailler Vertrag
1919 Weimarer Verfassung (Gründung Weimarer Republik)
Phasen der Weimarer Republik
1919 – 1923 Krisenjahre
1924 – 1929 Phase der Stabilisierung
1929 – 1933 Phase der Zerstörung
1926 Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund
1929 „Schwarzer Freitag“ 25.10. Beginn Weltwirtschaftskrise

1933 Ernennung Hitlers zum Reichskanzler (30.01.)
1933/34 Errichtung und Festigung der NS-Diktatur
1936 Vierjahresplan
1939 Überfall auf Polen, Beginn des 2. Weltkrieges (01.09.)
1943 Widerstandsorganisation „Weiße Rose“
1944 20. Juli Attentat auf Hitler unter Oberst von Stauffenberg
1945 08. Mai bedingungslose Kapitulation Deutschlands

Der Holocaust
1933 Boykott jüdischer Geschäfte
1935 Nürnberger Gesetze
1938 Reichskristallnacht (09./10.11.)
1942 Wannseekonferenz
1943 Aufstand im Warschauer Ghetto

Kurs 4 Deutschland im Widerstreit der Systeme

1945 Potsdamer Konferenz
1945 Neugründung demokratischer Parteien in den Besatzungszonen
1945/46 Bodenreform und Industrieenteignungen in der SBZ
1946 Zwangsvereinigung SPD und KPD zur SED in der SBZ
1947 Londoner Außenministerkonferenz
1947 Entstehung der Bizone (1948 Trizone)
1947 Trumandoktrin
1947 Marshallplan
1948 Währungsreform
1948/49 Berlinblockade durch die SU (Juni 1948 – Mai 1949)
1949 Gründung beider deutscher Staaten
1949 Gründung NATO
1949 Gründung RGW – Beitritt der DDR
1950 – 1953 Koreakrieg
1952 Stalin – Note
1955 BRD und DDR erhalten staatliche Souveränität
1955 Warschauer Vertrag – Beitritt DDR
1955 Beitritt der BRD zur NATO
1957 Beitritt der BRD zur EWG

Das geteilte Deutschland im geteilten Europa
1953 Tod Stalins
1953 Aufstand in der DDR (17. Juni)
1961 Mauerbau (13. August)
1971 Berlinabkommen
1972 Grundlagenvertrag
1971 Honecker Nachfolger Ulbrichts
1973 Aufnahme BRD und DDR in UNO
1975 Unterzeichnung der KSZE – Schlussakte

Von der Teilung zur staatlichen Einheit
Ab 1985 Reformbemühungen in der SU unter Gorbatschow
1989 „Friedliche Revolution“
1989 Mauerfall am 9. November
1990 03. Oktober Tag der Wiedervereinigung

Prüfungskomplexe

Jeder einzelne Anstrich innerhalb der Thema kann historischer Schwerpunkt der Prüfungsthemen in der schriftlichen und mündlichen Prüfung sein. Die Prüfungskomplexe spiegeln den verbindlichen Inhalt der Rahmenrichtlinien des Faches Geschichte wider.

Thema 1 Industrialisierungsprozesse der Neuzeit

1. Vorindustrielle Entwicklungen

  • Anfänge eines demographisch-ökonomischen Systems: Expansion von Bevölkerung und Produktion
  • Knappheits-, Teuerungs- und Hungerkrisen
  • Pauperismus: die Armut vor der Industrialisierung
  • Protoindustrialisierung: Manufakturen und Gewerbeproduktion bäuerlicher Produzenten (Heimproduktion)

2. Erste Phase der Industrialisierung (bis ca. 1873)

  • England als Ausgangsland der Industrialisierung
  • Die Bedeutung der calvinistischen Erwerbsethik und des Wirtschaftsliberalismus als wichtige Bedingungen für die Industrialisierung
  • Bauernbefreiung und Zollverein als wesentliche Voraussetzungen der Industrialisierung in Deutschland
  • Erste Phase der Industrialisierung in Deutschland am Beispiel Ruhrgebiet und preußischer Provinz Sachsen
  • Gesellschaftlicher Strukturwandel in Deutschland: Urbanisierung, Lohnarbeiter und Unternehmer, Mobilität, Migration
  • Umweltzerstörung als neue Herausforderung
  • Gründerjahre und Gründerkrach
  • Zeitgenössische und gegenwärtige Erklärungen der ersten Phase der Industrialisierung

3. Die zweite Phase der Industrialisierung (Hochindustrialisierung) am Ende des 19. Jahrhunderts

  • Entwicklung neuer Leitbranchen in Deutschland (um 1890)
  • Zunahme der Macht großer Unternehmen und Banken, Kartellbildung, Weltmachtpolitik
  • Formen englischer und deutscher imperialistischer Machtpolitik
  • Zusammenhang von Imperialismus und Nationalismus
  • Imperialismus als geschichtstheoretisches System

4. Die Weltwirtschaftskrise und unterschiedliche Lösungsansätze zu ihrer Bewältigung

  • Ursachen, Auslöser und Ausmaß der Krise
  • Deutschland und die Deflationspolitik unter Kanzler Brüning: Absichten und Folgen weitreichender staatlicher Sparpolitik
  • USA und der New Deal unter Roosevelt: Absichten und Folgen weitreichender staatlicher Investitionspolitik

Thema 2 Unterschiedliche Wege bei der Herausbildung von Nationalstaaten im 18./19. Jahrhundert

1. Nation und Nationalismus am Ende des 18. Jahrhunderts

  • Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte und deren Umsetzung in der Französischen Revolution
  • Entstehung des Nationalismus nach der Französischen Revolution

2. Die USA bis zum Ende des 19. Jahrhunderts: Menschen vieler Völker bilden eine Nation

  • Nationale Integration von Einwanderinnen und Einwandern seit dem 16. Jahrhundert bei gleichzeitiger Ausgrenzung der schwarzen und indianischen Bevölkerung
  • Bedeutung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung für die Nationsbildung
  • Grundlage des Nationsbildungsprozesses und der Herausbildung einer neuen Identität: Gemeinsamkeit der Erfahrungen in den Herkunftsländern, als Siedlerinnen und Siedler sowie bei der Westexpansion
  • Der Bürgerkrieg als Zerreißprobe der amerikanischen Nation

3. Polen bis 1918: eine Nation ohne eigenen Staat

  • Bedeutung der Teilungen und des Wiener Kongresses für Polen
  • Russische und deutsche Entnationalisierungspolitik in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
  • Die katholische Kirche als Integrationsfaktor für kulturelle Identität und nationales Selbstverständnis in der Zeit fehlender Zentralgewalt; Schaffung nationaler Symbole und Kunstwerke
  • Die Wiedergewinnung der polnischen Eigenstaatlichkeit nach dem Ersten Weltkrieg

4. Deutschland bis 1871: Nationalbewusstsein ohne Staat

  • Anfänge von Nationalismus und Nationalbewusstsein
  • Zeitgenössische und gegenwärtige Erklärungen zur Entstehung der deutschen Nation und des frühen Nationalismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts
  • Verhältnis von Konservatismus und Liberalismus zur nationalen Frage vor der Revolution (1830-1848)
  • Die nationale Frage in der Revolution von 1848/49
  • Die Reichseinigung als Nationalstaatsbildung; Nationalbewusstsein und Nationalismus als Wegbereiter und Produkt der nationalen Einigung
  • Moderne Nationalismustheorien

5. Nationalismus und Alltagskultur im Deutschen Kaiserreich bis 1914

  • Entwicklung eines nationalistischen Kultes mit Massencharakter und Militarisierung der Gesellschaft
  • Aggressivität des Nationalismus gegenüber „Reichsfeinden“ nach innen und außen: Sozialdemokraten als „vaterlandslose Gesellen“, Katholiken als „Ultramontanisten“, Frankreich als „Erbfeind“
  • Aggressivität des Nationalismus gegenüber Minderheiten: Unterdrückung der polnischen Mitbürgerinnen und Bürger, Antisemitismus

Thema 3 Parlamentarische Demokratie und nationalsozialistische Diktatur

1. Krise des Parlamentarismus im Europa der Zwischenkriegszeit

  • Die bolschewistische Sowjetunion: von der Oktoberrevolution bis zu den stalinistischen Säuberungen
  • Das faschistische Italien: von der Nachkriegskrise bis zur Errichtung des faschistischen Herrschaftssystems in der Mitter der 1920er-Jahre
  • Das Scheitern antidemokratischer Bewegungen in Frankreich und Großbritannien

2. Zerstörung der Demokratie und nationalsozialistische Diktatur

  • Zerstörung der Demokratie und Beginn der Diktatur (1929-1934): ökonomische Belastungen und soziale Entwicklungen, Radikalisierung der Gesellschaft
  • Präsidialkabinette, Mentalitäten und Rolle der Eliten, Machtübergabe und Aufbau der nationalsozialistischen Diktatur
  • Deutung des Scheiterns der Weimarer Republik
  • Diktatur um Alltag und in der „Volksgemeinschaft“, Gründe für die Akzeptanz der Diktatur
  • Wirtschaftlicher Aufschwung und Aufbau einer Kriegswirtschaft bis 1939
  • Frauen im Nationalsozialismus: Einbindung und Ausgrenzung
  • Motive, Formen und Stufen des Widerstandes

3. Der Holocaust

  • Rassenlehre und Antisemitismus aals grundlegende Bestandteile nationalsozialistischer Ideologie
  • Diskriminierung und Verfolgung der Juden als alltägliche Erscheinung, die Beteiligung breiter Bevölkerungsschichten
  • Das System der Vernichtungs- und Konzentrationslager
  • Jüdischer Widerstand im Vorkriegsalltag, im Ghetto und in Vernichtungslagern
  • Traditioneller Antisemitismus und der Holocaust als Kulturbruch: spätere Erklärungsversuche der Motive und Handlungen von Täterinnen und Tätern

4. Das Nachwirken des Nationalsozialismus nach 1945

  • Juristischer Umgang mit Nazi- und Kriegsverbrechen – Nürnberger Tribunal und andere Prozesse
  • Formen des Gedenkens
  • Neofaschismus und Rechtsradikalismus, Antiparlamentarismus und Antisemitismus heute

Thema 4 Deutschland im Widerstreit der Systeme

1. Europa im Zeichen der Blockbildung bis in die 1950er-Jahre

  • Unterschiedliche Besatzungspolitik: Entnazifizierung, politische und wirtschaftliche Neugestaltung der deutschen Gesellschaft in Ost und West
  • Beginn des Kalten Krieges in Deutschland und Europa: Truman-Doktrin, sowjetische Hegemonialpolitik, das Ende des gemeinsamen alliierten Besatzungsregimes
  • Doppelte Staatsgründung
  • Ost- bzw. Westintegration beider deutscher Nachkriegsstaaten und deren Handlungsspielräume

2. Das geteilte Deutschland im geteilten Europa

  • „planmäßiger Aufbau des Sozialismus“ in der DDR und „Wirtschaftswunder“ in der BRD: politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in den 1950er-Jahren
  • Der Juniaufstand 1953: Ursachen, Träger, Folgen und Deutungen
  • Der 13. August 1961: Maßnahmen, Folgen, Deutungen
  • Wandel bundesdeutscher Deutschlandpolitik nach dem Mauerbau und Reaktionen der DDR (bis Mitte 1970er Jahre): von der Hallstein-Doktrin zu sozialliberalen Deutschlandpolitik, das Verständnis von der deutschen Nation in BRD und DDR
  • Entwicklungen der zwischenstaatlichen Beziehungen nach dem Grundlagenvertrag bis zum Honecker-Besuch (1987)
  • Gesamteuropäische Entspannung und bundesdeutsche Ostpolitik: Ostverträge, KSZE, Wirkungen auf die Menschen in der DDR

3. Von der Teilung zur staatlichen Einheit

  • Reformunfähigkeit der DDR: Ursachen und Wirkungen, Oppositionsbewegung und Massenflucht
  • Vom Mauerfall bis zum Ende der staatlichen Teilung, internationale Voraussetzungen, Entwicklungen in DDR und BRD sowie Beziehungen zueinander
  • Deutungen des Zusammenbruchs von DDR und Sozialismus
Begriffe Klassenstufe 11
Begriffe Kurs 1: Industrialisierungsprozesse der Neuzeit

Protoindustrialisierung: Industrialisierung vor der Industrialisierung, teilweise seit dem 16. Jh. . Dezentrale Produktion für den Markt in Heimarbeit.

Frühkapitalismus: Epoche vom 15.-18.Jahrhundert, gekennzeichnet durch Unternehmerfamilien und Handelsgesellschaften, die über sämtliche Produktions- und Handelsmittel verfügen ( = Handelskapitalismus)

Manufaktur: vorindustrielle Produktionsstätte, in der durch Arbeitsteilung, hauptsächlich aber noch mit Handarbeit, große Warenmengen produziert werden

Stand: Gesellschaftliche Großgruppen, die sich voneinander durch jeweils eigenes Recht, politische Stellung, Lebensführung und Ansehen voneinander unterscheiden und die die Gesellschaftsordnungen von Mittelalter und frühe Neuzeit prägten.

Pauperismus: Bezeichnung für die Massenarmut vor der industriellen Revolution, die durch schnelles Bevölkerungswachstum, langsam steigende Nahrungsmittelproduktion und Mangel an Arbeitsplätzen und Verdienstmöglichkeiten hervorgerufen wurde.

Industrielle Revolution / Industrialisierung: Die durch wissenschaftlich-technischen Fortschritt bewirkte Umwandlung der jahrtausendealten Agrargesellschaft in eine Industriegesellschaft. Kennzeichen: Einsatz neuer Techniken, Mechanisierung, Rationalisierung, Massenproduktion, zunehmende Spezialisierung, Erschließung neuer Energiequellen , Entwicklung eines neuzeitlichen Verkehrswesens ( Eisenbahn) , Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens, Auflösung traditioneller Gesellschaftsstrukturen und ihrer Wertvorstellungen.

Proletariat: Synonym für Klasse der Lohnarbeiter/ in marxistischer Theorie als Entfremdeter von den Produktionsmitteln, der nur über Arbeitskraft und Zeit verfügt

Calvinistische Erwerbsethik: Neue, für die Industrialisierung wichtige Arbeitsmoral
( Erwerbsethik) der Calvinisten, in der die Arbeit der von Gott vorgeschriebene Selbstzweck des Lebens ist , indem der Erfolg, konkret : der wachsende Reichtum – zeigt, ob Gott ein Leben der Arbeit, des Fleißes, der Sparsamkeit und Sittenstrenge belohnt. ( Prädestination)

Gründerjahre/ Gründerkrach: Die Jahre vom Ende des Deutsch-Französischen Krieges bis zum Beginn der Großen Depression. Sie waren in Deutschland durch einen starken wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichnet. Gründe: Errichtung des Deutschen Reiches als Großraumwirtschaftsraumes, französische Kriegsentschädigung. Folgen: Gründung zahlreicher Aktiengesellschaften, ungesunde Spekulationspolitik und schließlich 1873 allgemeiner Kurssturz und Zusammenbruch vieler neu gegründeter Firmen.

Klasse(n):Der Begriff bezeichnet gesellschaftliche Großgruppen etwa seit Ende des 18. Jahrhunderts, deren Angehörige durch Besitz oder Nichtbesitz von Produktionsmitteln und sich daraus ergebenden gemeinsamen oder entgegengesetzten Interessen gekennzeichnet sind.

Kapitalismus: Individualistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Kennzeichen sind das Privateigentum des Unternehmers an Produktionsmitteln , individualistisches Gewinnstreben und Steuerung des wirtschaftlichen Geschehens über den Markt.

Bourgeoisie: Begriff bezeichnete in der Französischen Revolution das besitzende Bürgertum. Durch Karl Marx ist der Begriff auf alle Besitzer von Produktionsmitteln ( Boden, Kapital, Maschinen…) ausgeweitet worden.

Proletariat: Marx bezeichnet so alle Arbeiter , die auf dem Markt nur ihre Arbeitskraft verkaufen können. Der begriff betont den Nichtbesitz von Produktionsmitteln.

Soziale Frage: Notlage und ungelöste Probleme vor allem der Industriearbeiterin der frühen Phase der Industrialisierung, gekennzeichnet u.a. durch unsichere Arbeitsplätze, häufige Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne bei langer Arbeitszeit, Wohnungselend und fehlender Versorgung bei Krankheit, Invalidität und Alter.

Konjunkturzyklus: periodisch wiederkehrende Schwankungen einer Volks- und Weltwirtschaft: Phasen:
1. Aufschwung- Gewinne, Investitionen, Beschäftigung steigen.
2. Hochkonjunktur- hohe Gewinne, Vollbeschäftigung
3. Abschwung ( Rezession) – sinkende Gewinne und Investitionen, mehr Arbeitslose
4. Konjunkturkrise ( Depression) – wenig Investitionen, hohe Arbeitslosigkeit

Wirtschaftsliberalismus: Die Vorstellung, dass der Wirtschaftsprozess nicht vom Staat , sondern von den privaten Wirtschaftteilnehmern auf der Grundlage des freien Wettbewerbs und des Privateigentums bestimmt wird, geht auf Adam Smith zurück, der davon ausgeht, dass der Egoismus eine angeborene Eigenschaft des Menschen ist, der durch den freien Wettbewerb jedoch zum volkswirtschaftlichen Nutzen ausschlägt.

Imperialismus: Epochenbegriff für Streben nach weltweiter politischer Macht, wirtschaftlichem und ideologischem Einfluss sowie kultureller Geltung. Die Unterdrückung abhängiger Völker geschieht durch Eroberung, Annexion, propagandistische und wirtschaftliche Durchdringung fremder Gebiete.
( direkte und indirekte Herrschaft)

American Dream: Lebensauffassung der Amerikaner entstanden in den „Roaring twenties“, die an die unbegrenzten Möglichkeiten des Individuums aufgrund von Chancengleichheit und Selbstinitiative in einem wirtschaftliberalistischen System glaubt, tatsächliche Benachteiligung einzelner Bevölkerungsgruppen jedoch ausblendet

New Deal Wirtschaft- und Reformpolitik, mit der Roosevelt seit 1933 den Folgen der Großen Depression in den USA begegnete. Die US- Wirtschaft sollte durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Verringerung der Überproduktion in Industrie- und Landwirtschaft, Arbeitszeitverkürzungen, Erhöhung der Mindestlöhne und sozialstaatliche Maßnahmen belebt werden.

Keynesianismus: Wirtschaftpolitik des „deficit spending“, d.h. der bewussten Staatsverschuldung in Krisensituationen mit dem Ziel der Konjunkturankurbelung

Deflationspolitik: Strategie zur Krisenbewältigung in Deutschland unter Kanzler Brüning durch Einschränkung der Staatsausgaben und Abbau von Sozialleistungen mit dem Ziel des Budgetausgleiches und der Haushaltskonsolidierung.

Begriffe Kurs 2: Nationalstaatsbildung

Nation, objektive/ Kulturnation: bezeichnet soziale Großgruppen mit gewissen, ihnen bewussten Gemeinsamkeiten z.B. gemeinsame Abstammung, Wohngebiet, Sprache, Kultur , Welt- und Geistesvorstellungen und Geschichte.

Nation, subjektive/ Staatsbürgernation: haben sich in einem vorhandenen Staatsgebiet durch gemeinsames politisches Handeln entwickelt.

Nationalismus, demokratischer: entstand in der Französischen Revolution und ist verbunden mit den Ideen der Menschen- und Bürgerrechte, des Selbstbestimmungsrechtes und der Volkssouveränität.

Nationalismus, integraler: entstand im letzten Drittel des 19 Jh. und setzte die Nation als absoluten, allem anderen übergeordneten Wert. Übersteigerte, aggressive Form des Nationalgefühls.

Nationalstaat: weitgehende Identität von Staat und Nation durch staatliche Konstituierung. Die überwiegende Mehrheit sind Angehörige ein- und derselben Nation. Der Nationalstaat löste im 19. Jahrhundert weitgehend den frühneuzeitlichen Territorialstaat ab.

Nationalitätenstaat/ Vielvölkerstaat: Staaten, in denen eine Vielzahl von nationalen
( ethnische) Minderheiten leben.

Aufklärung: Philosophie vorrangig im 18. Jahrhundert, die den Glauben an die Kraft der menschlichen Vernunft ins Zentrum stellt. Alle traditionellen Wahrheiten und Autoritäten in Wissenschaft und Religion, Staat und Gesellschaft sollten unter dem Grundsatz der Vernunft überprüft werden. Jeder Mensch sollte geachtet und respektiert werden und es sollten ihm gleiche Freiheitsrechte eingeräumt werden ( Naturrecht, Menschenrechte) Die Aufklärung richtete sich an das Individuum, sich seines Verstandes zu bedienen und von Bevormundung zu befreien.

Patriotismus: Vaterlandsliebe, diese entsteht durch die Gleichsetzung von Interessen des Individuums mit denen der Nation, wobei die Nation als eine Instanz erscheint, die den Nutzen des Einzelnen verbürgt. Der Einsatz für die Nation, für nationale Interessen erscheint daher als Einsatz für die eigenen Interessen.

Manifest Destiny : ( wörtlich= offensichtliche Bestimmung)  Bezeichnung für das zivilisatorische Sendungsbewusstsein der Amerikaner auf der Basis des puritanischen Auserwähltheitsglaubens
( siehe Calvinismus), kommt insbesondere in der Pionierzeit zum Ausdruck

Frontierbewegung: ( engl. Frontier = Grenze)  ständiges Vordringen der Grenze und der Ausdehnung nach Westen/ prägend für das nationale Selbstverständnis der Amerikaner

Polnische Frage: durch die polnischen Teilungen ausgelöstes Problem der Eigenstaatlichkeit Polens

Liberum Veto: ( lateinisch „freies Einspruchsrecht“), im alten polnischen Reichstag, dem Sejm, das jedem Reichstagsmitglied( Adel) zustehende Recht, eine Gesetzesvorlage durch Einspruch zu Fall zu bringen.

Liberalismus: Die Staats- ,Wirtschafts- und Gesellschaftslehre, die von der freien Entfaltung des einzelnen den Fortschritt in Kultur, Recht, Wirtschaft und Sozialordnung erhofft. Im 19.Jh. trat das liberale Bürgertum am entschiedensten gegen den absolutistischen Staat und zugleich für einen freiheitlich-demokratischen Verfassungsstaat ein. Der Liberalismus förderte die kapitalistische Wirtschaftsentwicklung und forderte Grundrechte und Gewaltenteilung.

Konservatismus: eine in sich heterogene geistige, politische, soziale und ökonomische Denkhaltung, -richtung und –strömung, die sich im beginnenden 19. Jahrhundert als Gegenposition zu Liberalismus, Aufklärung und französische Revolution herausbildete. Ihr Grundgedanke ist der Wille zur Erhaltung und Bewahrung des historisch Gewordenen und Bestehenden

Restauration: Wiederherstellung früherer Zustände. Als Epochenbezeichnung für die Jahre 1815-1848 betont der Begriff, dass die staatliche Politik alte Grundsätze der Zeit vor der französischen Revolution wiederherstellen will.

Revolution: Eine Revolution markiert den tiefgreifenden Umbau der gesamten politischen und sozialen Strukturen eines Staates, unter Umständen auch des kulturellen Normensystems einer Gesellschaft. Typisch ist das Vorhandensein eines bewussten Willens zur Veränderung und einer Aktionsgruppe mit Unterstützung im Volk. Charakteristisch sind häufig Rechtsverletzungen und Gewaltanwendung, sowie eine schnelle Abfolge der Ereignisse.

Burschenschaft: studentische Verbindungen. Ab 1815 bezeichnete der Begriff die nicht mehr nach Landsmannschaften getrennten, sondern durch politische Ziele geeinten Verbindungen an den Verschiedenen deutschen Universitäten.

Kleindeutsche Lösung: Errichtung eines deutschen Bundes bzw. Nationalstaates ohne Österreich unter preußischer Führung. ( Großdeutsche Lösung: ohne Preußen)

Deutsche Frage: Bezeichnung für die Problematik um die politische Gestaltung der deutschen Gebiete nach den Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806, nach dem 1. und 2. Weltkrieg.

Militarismus: bezeichnet das Vorherrschen militärischer Grundsätze und Wertvorstellungen im öffentlichen sowie privaten Bereich ( z.B. Autoritätshörigkeit, Untertanengeist, bedingungsloser Gehorsam, Uniformierung…)

Antisemitismus: Seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gebräuchlicher Ausdruck für eine judenfeindliche Haltung und Ideologie, die der Rechtfertigung des Hasses oder der Feindseligkeit gegen Juden dient. Der moderne Antisemitismus betrachtet in Anlehnung an die Überlegungen Darwins ( Sozialdarwinismus) die Juden als eine „minderwertige“ Rasse und ersetzt damit zunehmend die kulturell- religiös motivierte Argumentation. Richtwert ist einzig die jüdische Herkunft und nicht eine aktive Ausübung der Religion.

Assimilation: Als soziologischer Begriff der Prozess, in dessen Verlauf Individuen oder Gruppen die dominante Kultur einer anderen Gruppe übernehmen und in deren Gesellschaft integriert werden.

Kulturkampf: Bezeichnung für den Konflikt zwischen der katholischen Kirche und dem preußisch-protestantischdominierten Deutschen Reich sowie seiner Einzelstaaten zwischen 1871 bis 1887.Aus dem Konflikt ging die katholische Zentrumspartei gestärkt vor.

Sozialistengesetz: Bezeichnung für das Gesetz „wider die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ im Deutschen Kaiserreich. Auf Betreiben von Reichskanzler Otto von Bismarck vom Reichstag 1878 beschlossen, nach dem Scheitern 1890 aufgehoben.

Begriffe Klassenstufe 12
Begriffe Kurs 3: Parlamentarische Demokratie und nationalsozialistische Diktatur

Parlamentarische Demokratie ist eine Regierungsform, bei der die wichtigsten politischen Entscheidungen von einem aus freier Volkswahl hervorgegangenen Parlament getroffen werden. Es leitet seine Kompetenz von dieser Wahl durch das Wahlvolk, die wahlberechtigten Bürger, ab, von dem als Souverän die Staatsgewalt ausgeht.
Diktatur (v. lat. dictatura) ist die Zwangsherrschaft durch eine Person, eine politische Partei, eine Minderheit oder Gruppe von Menschen über ein Volk.
Totalitarismus bezeichnet eine diktatorische Herrschaftsform. Im Unterschied zu autoritären Diktaturen erheben totalitäre Diktaturen den Anspruch, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen, und in alle soziale Verhältnisse hinein zu wirken. Während sich autoritäre Diktaturen damit begnügen, dass das Volk nicht gegen die Herrschenden aufbegehrt, fordern totalitäre Diktaturen die aktive Unterstützung der Beherrschten ein. Typisch ist die dauerhafte Mobilisierung in Massenorganisationen und die Ausgrenzung oder ggf. Vernichtung von denjenigen, die sich den Strukturen nicht unterwerfen wollen.
Faschismus abgeleitet vom italienischen fascio beziehungsweise dem lateinischen Begriff fasces für Bund, Bündel = Rutenbündel / Machtsymbol der römischen Liktoren; meint ursprünglich nationalistische, eroberungsorientierte Bewegung („movimente“) und anschließende Herrschaftsform unter Benito Mussolini („Duce“); später Übertragung auf andere europäische extrem nationalistische und totalitäre Parteien und Bewegungen; antidemokratisch, – parlamentarisch, -liberal, – marxistisch
Nationalsozialismus bezeichnet die totalitäre Weltanschauung und Bewegung, die im Deutschland der 1920er und 30er Jahre politisch wirksam wurde und die ab 1933 zur Errichtung einer Diktatur in einem nach völkischen Kriterien ausgerichteten Staat führte; auch „Radikalfaschismus“ da extremer Rassismus, Antisemitismus sowie Expansionsdrang vorhanden

Bolschewiki (russ. Mehrheitler): radikaler Flügel der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) unter Führung Lenins mit Zielsetzung, Zaren zu stürzen, Revolution, Errichtung Kommunismus; Bezeichnung seit Parteikongressen 1903 in Brüssel und London, wo Gruppierung zufällig über Mehrheit verfügte; nach der Revolution Synonym für KPdSU

Menschewiki (russ. Minderheitler): gemäßigte Richtung der russischen Sozialdemokratie; streben evolutionäre Entwicklung an

Sowjet (russ. Rat) Ursprünglich waren Sowjets die aus den Revolutionen von 1905 und 1917 hervorgegangenen Kampforganisationen und basisdemokratischen Selbstverwaltungsorgane der Arbeiter, Bauern und Soldaten; seit den 20er Jahren Instrumente der Herrschaft der KPdSU

Sozialisierung ist die Überführung von privatem in staatliches Eigentum, also die Verstaatlichung

Leninismus von Wladimir Iljitsch Lenin entwickelte revolutionäre Lehre auf der Basis des Marxismus; Betonung der Rolle der revolutionären Partei bei der Durchführung der sozialistischen Revolution und der Errichtung der Diktatur des Proletariats

Stalinismus in den 1920er Jahren ursprünglich Bezeichnung für die von Josef Stalin vertretenen Auffassungen im Kampf (v.a. gegen Trotzkismus) um die politische und theoretische Nachfolge Lenins; Eckpfeiler waren die Entwicklung des Sozialismus in einem Land und die Verschärfung des Klassenkampfes bei der Entwicklung. Die Verschärfung des Klassenkampfes wurde später zur Legitimation von Kennzeichen wie Personenkult, Repressionen und Stalinistischen Säuberungen genutzt.

Große Säuberung (russisch Tschistki) fand in den Jahren 1936 bis 1938 statt und war der Höhepunkt der so genannten Stalinschen Säuberungen In jenen Jahren fielen ca. 1.000 Menschen pro Tag den Säuberungen zum Opfer und wurden getötet.

Versailler Vertrag der zwischen dem Deutschen Reich und den Entente-Mächten am 28. Juni 1919 in Versailles geschlossene und am 1. Januar 1920 in Kraft getretene Friedensvertrag; er war der wichtigste der Pariser Vorortverträge, die 1919/20 zur Beendigung des 1. Weltkrieges ausgehandelt wurden. Er konstatierte in Artikel 231 (Kriegsschuldartikel) die alleinige Kriegsschuld des Deutschen Reiches und verpflichtete Deutschland zu Reparationszahlungen an die Siegermächte.

Dolchstoßlegende in der Zeit der Weimarer Republik eine verschwörungstheoretische politische Propagandalüge aus dem deutschnational gesinnten Umfeld und der extremen Rechten. Sie besagte, das deutsche Heer sei im Ersten Weltkrieg „im Felde unbesiegt“ geblieben, habe aber durch die Novemberrevolution von 1918 einen „Dolchstoß von hinten“ (aus der „Heimat“) erhalten.
Novemberverbrecher Schimpfwort und politischer Kampfbegriff, mit dem die extreme politische und verfassungsfeindliche Rechte während der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus demokratische Politiker verunglimpfte; Wort war fester Bestandteil der Dolchstoßlegende.
Weimarer Republik wird die aus der Novemberrevolution hervorgegangene von 1919 bis 1933 existierende demokratische Staatsform in Deutschland bezeichnet. Die Geschichte der Weimarer Republik lässt sich nach der Gründungsphase in drei Abschnitte gliedern:
• In den Krisenjahren von 1919–1923 hatte die Republik mit den unmittelbaren Kriegsfolgen, einer Hyperinflation und zahlreichen Umsturzversuchen zu kämpfen
• In den Goldenen Zwanzigern von 1924–1929 erreichte sie eine gewisse Stabilität, wirtschaftliche Erholung und die außenpolitische Anerkennung
• Die Weltwirtschaftskrise und der Aufstieg der Nationalsozialisten zwischen 1929 und 1933 mündeten in Agonie und Untergang der Republik.
Präsidialkabinette sind Regierungen, die sich nicht auf eigene Mehrheiten im Parlament stützen konnten sondern nur auf das Vertrauen des Reichspräsidenten; in Weimarer Republik Bezeichnung für die letzten drei Regierungen unter den Reichskanzlern Heinrich Brüning (Zentrumspartei), Franz von Papen (Zentrum/parteilos) und Kurt von Schleicher (parteilos). Der Reichspräsident, zu dieser Zeit Paul von Hindenburg, hatte in der Weimarer Verfassung die Stellung eines Ersatzkaisers. Die Artikel 25 (Auflösung des Reichstags), 48 (Notverordnungsrecht) und 53 (Einsetzung und Entlassung des Reichskanzlers) ermöglichten ihm die Bildung einer nur auf sein Vertrauen gestützten Regierung.

Notverordnung bezeichnet eine gesetzesvertretende Anordnung der Exekutivgewalt im Krisenfall. Der Begriff „Notverordnung“ und „Notverordnungsrecht“ bezieht sich vor allem auf die Weimarer Verfassung, die in ihrem Artikel 48 dem Reichspräsidenten weitreichende Möglichkeiten zur Regierung im Ausnahmezustand gab (sog. Präsidialdiktatur).

NSDAP aus der DAP hervorgegangene rechtsradikale Partei; Entwicklung zur zentralistischen Führerpartei mit Adolf Hitler an der Spitze; Ausdruck der Einparteiendiktatur im Dritten Reich; wird „Trägerin des deutschen Staatsgedankens und mit dem Staate unlösbar verbunden”

Reichstagsbrandverordnung setzte die Bürgerrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft. Vordergründiger Anlass war der Reichstagsbrand in der Nacht zuvor. Beschränkungen der persönlichen Freiheit, des Rechts der freien Meinungsäußerung, einschließlich der Pressefreiheit, des Vereins- und Versammlungsrechts, Eingriffe in das Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimnis, Anordnungen von Haussuchungen und von Beschlagnahmen sowie Beschränkungen des Eigentums auch außerhalb der sonst hierfür bestimmten gesetzlichen Grenzen waren somit legitim. Die Reichstagsbrandverordnung bot die Grundlage für eine Verhaftungswelle von Regimegegnern und war der Ausgangspunkt für die Umwandlung der Weimarer Republik in eine totalitäre Diktatur.

Ermächtigungsgesetz oder Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich vom 23. März 1933 war ein Instrument, um die nationalsozialistische Diktatur in Deutschland einzuführen. Mit der Einführung dieses Gesetzes hat die Regierung unter dem Reichskanzler Adolf Hitler die Ermächtigung erlangt, ohne Zustimmung von Reichstag und Reichsrat sowie ohne Gegenzeichnung des Reichspräsidenten Gesetze zu erlassen. Das Gesetz bzw. dessen Wirksamkeit ist zunächst auf vier Jahre begrenzt gewesen und wurde dann verlängert.

Gleichschaltung bezeichnet allgemein die erzwungene politische, wirtschaftliche und kulturelle Vereinheitlichung in autoritären Staaten. Im Dritten Reich u.a. Gleichschaltung der Länder, der gesellschaftlichen Organisationen, Presse, Rundfunk, Kultur.
Volksgemeinschaft bezeichnet innerhalb der nationalsozialistischen Ideologie das deutsche Volk als eine Gemeinschaft aller der „arischen Rasse“ als dem Volkstum Angehörigen, politisch Gleichgeschalteten. Der Begriff fand eine häufige Verwendung in der NS-Propaganda. Die Zugehörigkeit zur arischen Rasse war zwar eine notwendige Bedingung für die Zugehörigkeit zur deutschen Volksgemeinschaft, aber sie war nicht hinreichend. Volksgemeinschaft war eine Gesinnungsgemeinschaft, die das Bekenntnis zur nationalsozialistischen Weltanschauung erforderte.
Vierjahresplan nationalsozialistisches Programm zur Aufrüstung, verkündet auf dem Reichsparteitag 1936; zentrale Forderungen:
1. Die deutsche Armee muss in 4 Jahren einsatzfähig sein.
2. Die deutsche Wirtschaft muss in 4 Jahren kriegsfähig sein.
Widerstand Bezeichnung für die Opposition oder Auflehnung gegen diktatorische, unrechtmäßige oder die Menschenrechte verletzende Herrschaftssysteme, insbesondere gegen das nationalsozialistische Regime in Deutschland; heterogen in Motivation, Form, Zielsetzung; Schwierigkeiten v.a. im totalitären Überwachungsstaat begründet

Rassismus ist weltanschauliche Überzeugung, nach der Menschen anderer „Rassen” oder ethnischer Gruppen gegenüber der eigenen als minderwertig einzustufen sind.

Antisemitismus (sh. Begriffe Kurs 2)

Nürnberger Gesetze Sammelbezeichnung für zwei Rassengesetze – das Reichsbürgergesetz und das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre –, die vom Deutschen Reichstag anlässlich des 7. Reichsparteitags der NSDAP am 15. September 1935 einstimmig verabschiedet wurden; mit ihnen stellten die Nationalsozialisten ihre antisemitische Ideologie auf eine juristische Grundlage.

Novemberprogrom Steigerung der mit dem Judenboykott und den Nürnberger Gesetzen begonnene Ausgrenzung der in Deutschland lebenden Juden zur systematischer Verfolgung, die ihre Enteignung, Vertreibung und spätere Vernichtung zum Ziel hatte.

Wannseekonferenz Zusammenkunft führender Nationalsozialisten im Januar 1942 zur Erörterung des geplanten Massenmordes an den Juden

Konzentrationslager Massenlager, in denen Menschen aus politischen, religiösen, rassischen u.a. Gründen eingesperrt, misshandelt, und ermordet werden; zur Zeit des Nationalsozialismus v.a. Mittel zur Einschüchterung, Ausschaltung politischer Gegner; enge Verbindung zur Rüstungsindustrie

Schutzhaft ist Inbegriff der Gegnerbekämpfung während des Dritten Reiches; auf Grundlage der Reichstagsbrandverordnung wurden Oppositionelle vorbeugend, ohne nachweisbare strafbare Handlung, zur Verhinderung möglicher „staatsgefährdender“ Handlungen inhaftiert

Vernichtungslager Errichtung ab 1941 auf polnischem Gebiet zum Zweck des industriell betriebenen Völkermordes

Holocaust (griechisch holokaustos: völlig verbrannt, übertragen „Brandopfer”, „Massenvernichtung”), aus der englischen Bibelsprache ins Deutsche übernommener Begriff, der allgemein die Tötung einer großen Zahl von Menschen – in der Regel durch Feuer – bezeichnet, dann aber speziell auf die Ermordung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten im Rahmen der so genannten „Endlösung” übertragen wurde.

Euthanasie (griechisch: leichter Tod) Bezeichnung für die systematische Ermordung von über 100.000 Menschen mit einer Behinderung während der Zeit des Nationalsozialismus; beruhend auf Ideen der „Rassenhygiene“ aus den 20er Jahren wurden „rassenbiologisch Minderwertige Angehörige der arischen Rasse“ durch Gas, Nahrungsentzug, Medikamentenmissbrauch sowie Pflegevernachlässigung getötet.

Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse Sammelbezeichnung für diejenigen Gerichtsverfahren – den Hauptkriegsverbrecherprozess sowie zwölf Nachfolgeprozesse –, die von einem Internationalen Militärtribunal bzw. amerikanischen Militärgerichten in Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen zwischen 1945 und 1949 in Nürnberg durchgeführt wurden.

Neofaschismus politisches Konzept, dessen Inhalt die Wiederbelebung faschistischer bzw. nazistischer Vorstellungen ist.

Rechtsextremismus ist eine Sammelbezeichnung für politische Handlungsweisen und Ideologien, die den demokratischen Verfassungsstaat offen oder verdeckt ablehnen und durch eine auf das eigene Volk, eine Nation oder Rasse bezogene Volksgemeinschaft ersetzen wollen. Dieses Ziel ist stets mit einer ideologischen Abwertung und aktiven Ausgrenzung bestimmter Menschengruppen aus diesem Bereich verbunden.

Kurs 4: Deutschland im Widerstreit der Systeme

Potsdamer Konferenz Treffen in Schloss Cecilienhof in Potsdam zwischen dem US-Präsidenten Harry S. Truman, dem sowjetischen Partei- und Regierungschef Jossif Stalin und dem britischen Premierminister Winston Churchill, abgelöst durch seinen Nachfolger Clement Richard Attlee, zur Regelung der Nachkriegsordnung; Beschlüsse im sogenannten Potsdamer Abkommen

Entnazifizierung Komplex von Maßnahmen zur Beseitigung des nationalsozialistischen Einflusses in Deutschland nach 1945

Kalter Krieg bezeichnet den welthistorischen Gegensatz, den die beiden Supermächte USA und Sowjetunion zwischen 1945 und 1990 mit allen verfügbaren Mitteln, aber unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges anführten und austrugen.

Eiserner Vorhang schlagwortartiger Begriff für die Grenzlinie zwischen den zur sowjetischen Einflusssphäre gehörenden Ländern Ost- und Mitteleuropas einerseits und den freiheitlich-demokratisch verfassten Staaten Westeuropas andererseits; als politischer Terminus geprägt von Sir Winston Churchill

Trumandoktrin von Präsident Truman bekanntgegebener außenpolitischer Grundsatz der USA, „allen Völkern, deren Freiheit von militanten Minderheiten oder durch einen äußeren Druck bedroht ist“ Beistand zu gewähren.

Marschallplan (englisch European Recovery Program, ERP), auch Marshallplan, benannt nach dem Außenminister der USA George Catlett Marshall, finanzielles Hilfsprogramm zum Wiederaufbau der europäischen Länder nach dem 2. Weltkrieg.
Zwei-Lager-Theorie wurde seit 1947 durch die führenden Politiker der USA und der UdSSR vertreten; zunächst formuliert durch Harry S. Truman in seiner Truman-Doktrin vom 12. März 1947. Im September 1947 folgte dann eine Rede von Andrei Alexandrowitsch Schdanow, der nun seinerseits aus sowjetischer Sicht die Spaltung der Welt in zwei unterschiedliche Lager darstellte; gegenseitiger Vorwurf einem falschen Demokratieverständnis anzuhängen und imperialistische Ziele zu verfolgen.
Berlinblockade Bezeichnung für die Blockade West-Berlins, das mitten in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) lag, durch die Sowjetunion vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949. Die Blockade war eine Reaktion auf die Währungsreform in den Westzonen und den westlichen Sektoren Berlins und führte zur Versorgung West-Berlins durch die Berliner Luftbrücke.

Satellitenstaaten Ausdruck wurde zur Zeit des Kalten Krieges zur Charakterisierung der Abhängigkeit der Staaten Osteuropas von der sowjetischen Zentralmacht geprägt.

Wirtschaftswunder schlagwortartige Bezeichnung für die rasche wirtschaftliche Erholung und das anhaltende Wirtschaftswachstum in Westdeutschland nach der Währungsreform 1948; federführend Ludwig Erhard, bundesdeutscher Wirtschaftsminister 1949 – 63.

Ostintegration enge Bindung der Satellitenstaaten der UdSSR an die Hegemonialmacht durch Militärbündnis Warschauer Pakt und Wirtschaftsbündnis RGW/ COMECON

Westintegration enge Einbeziehung der BRD in den Westblock durch Wirtschaftshilfe, EWG und Beitritt zur Nato

NATO (englisch North Atlantic Treaty Organization: Nordatlantikpakt), politisches und militärisches Bündnis von europäischen und nordamerikanischen Staaten mit Sitz in Brüssel.

Warschauer Pakt Militärbündnis europäischer kommunistischer Staaten unter Führung der Sowjetunion, das 1955 in Reaktion auf die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und ihren Beitritt zur NATO geschlossen wurde und 1991 infolge des Zerfalls des Ostblocks aufgelöst wurde.

Hallsteindoktrin außenpolitisches Prinzip der deutschen Bundesregierung zur Durchsetzung ihres völkerrechtlich begründeten Alleinvertretungsanspruchs für das gesamte deutsche Volk. In der Hallsteindoktrin wurde 1955 die Aufnahme diplomatischer Beziehungen eines Landes zur DDR zum „unfreundlichen Akt” gegenüber der Bundesrepublik Deutschland erklärt, mit der Folge, dass die Bundesregierung ihrerseits die diplomatischen Beziehungen zu dem betreffenden Land abbrach bzw. zu Ländern, die diplomatische Beziehungen zur DDR unterhielten, keine diplomatischen Beziehungen aufnahm; Ausnahme Sowjetunion

Breschnewdoktrin sowjetische Erklärung, die nachträglich die militärische Intervention des Warschauer Paktes unter Führung der Sowjetunion in der Tschechoslowakei im August 1968 rechtfertigen sollte; reklamierte ein Interventionsrecht der Sowjetunion und ihrer Verbündeten, sofern in einem der so genannten Bruderländer der Sozialismus bedroht sei.

Neue Ostpolitik die Ende der sechziger Jahre von der SPD/FDP-Koalitionsregierung unter Willy Brandt eingeleitete bundesdeutsche Außenpolitik gegenüber den Staaten des Warschauer Paktes, besonders gegenüber der UdSSR, Polen und der Tschechoslowakei, deren Ziel die Entschärfung des Ost-West-Konfliktes in Europa war. Die Ostpolitik war eng verknüpft mit der Deutschlandpolitik der Regierung Brandt, die eine Verbesserung in den deutsch-deutschen Beziehungen herbeiführen wollte. Ziel war es auch, auf die inneren Verhältnisse in der DDR und den Ländern des Ostblocks Einfluss nehmen zu können.

Solidarnosc (polnisch: Solidarität), am 17. September 1980 in Danzig gegründeter unabhängiger polnischer Gewerkschaftsverband, Keimzelle des gesellschaftlichen Widerstandes gegen das kommunistische Regime unter General Wojciech Jaruzelski; nach Wiederzulassung 1989 wurde die Solidarność zur bestimmenden gesellschaftlichen und politischen Kraft in Polen und erlangte nach Wahlen Regierungsbeteiligung

Glasnost (russisch: „Offenheit”), von Michail Gorbatschow in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre in der UdSSR im Zusammenhang mit dem Konzept der Perestroika eingeführter Begriff für eine neue, offene politische Kultur; Lockerung der restriktiven Politik; öffentliche Diskussion politischer Probleme; Erhöhung der Pressefreiheit; ermöglichte wachsende Kritik an der sowjetischen Politik und Gesellschaft.
Perestroika (russisch: „Umbau”) Schlüsselbegriff Gorbatschows zur Modernisierung der Sowjetunion. Ziel war die Demokratisierung von Politik (Verfassungsreform) und Wirtschaft (Zulassung von Privatbetrieben, Reduzierung des Staatseinflusses, aber unter Beibehaltung der Grundzüge des Sozialismus

Die Fachschaft GESCHICHTE präsentiert sich am Tag der OFFEN TÜR

Am Freitag dem 15. Januar 2016 nahm die Geschichtslehrerin Frau Chr. Franke gemeinsam mit ihrer Geschichtsklasse 6a die zukünftigen Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen mit auf eine „Zeitreise durch die Geschichte“.

Unter dem Motto- Spiel, Spaß, Spannung- sollten interessierte Teilnehmer an verschiedensten Stationen ihre Geschichtskenntnisse erproben oder vertiefen.  So konnten zum Beispiel historische Puzzles gelegt  oder die griechische und römische Götterwelt anhand eines Memoires kennengelernt werden. Viel Spaß bereitete den Kindern auch das römische Geschicklichkeitsspiel „ludus deltae“  oder die Station der Höhlenmalerei. Wie sehr sich auch die Mode im Laufe der Jahrtausende gewandelt hat, konnten die zukünftigen Schüler anhand von historischer Kleidung und Anziehpuppen nachvollziehen. Auch für das leibliche Wohl hatten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a gesorgt- so konnte man nach mittelalterlichem Rezept hergestelltes Fladenbrot probieren.

Ein Dankeschön an Frau Franke und Frau Neubert und an die Schüler der Klasse 6a für diese gelungene Zeitreise.

N. Bütow

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Der Geschichts-Studientag der 12. Klassen

in der Gedenkstätte Wannsee am 7. und 8. Dzember 2015; Erfahrungsberichte (gekürzt)

Angehende Abiturienten besuchten Wannsee-Konferenz Gedenkstätte

Die 12. Klassen des Kurfürst-Joachim-Friedrich Gymnasiums besuchten am 7. und 8. Dezember im Rahmen eines Geschichts-Studientages die Wannsee-Konferenz Gedenkstätte. Die Konferenz spielte damals eine wichtige Rolle bei der Findung einer „Endlösung“ für die Juden. Nach erfolgreicher Ankunft in Berlin wurden die Wolmirstedter Schüler zunächst in Gruppen aufgeteilt, um wichtige Themen zu erörtern. Die erste und dritte Gruppe befasste sich dabei sowohl mit der „Durchführung und Organisation des Massenmordes“ als auch mit der „Propaganda und Medienpolitik“. Die zweite Gruppe beschäftigte sich währenddessen mit dem „Konzentrationslager aus der Sicht der Häftlinge und der SS“. Unter der Leitung von Frau Dr. Constanze Jaiser und Herrn Jacob David Pampuch wurde der Frage nachgegangen, inwieweit die Schüler in ihren Heimatstädten Dinge kennen, die an Zwangsarbeit, Arbeitslager oder KZ erinnern oder ob es Denkmäler für den zweiten Weltkrieg gibt. Wie sich herausstellte fiel es dem Großteil der Schüler schwer diese Frage zu beantworten. Im Laufe des Gesprächs fanden sie jedoch heraus, dass es in der Nähe des Kurfürst-Joachim-Friedrich Gymnasiums einen alten Judenfriedhof, sowie im Wolmirstedter Museum ein aussagekräftiges Bild zu diesem Thema gibt. Darauf zu erkennen sind polnische Kriegsgefangene die auf dem Weg in das Lager in der Rathausscheune waren. Dieses Bild stammt bereits aus dem Oktober 1939, das bedeutet, dass es schon einen Monat nach dem Beginn des zweiten Weltkriegs ein Strafgefangenenlager in Wolmirstedt gab.

Nach den neu erlangten Erkenntnissen hatten die Schüler eine halbe Stunde Zeit sich die Ausstellung im unteren Bereich des Gebäudes anzusehen. Auf Grund der Größe der Ausstellung und der knapp bemessen Zeit, sahen sich die Gruppen nur die jeweils thematisch passenden Ausstellungsbereiche an. Daran angeschlossen wurden nun je Gruppe Unterthemen verteilt, die wie folgt hießen: „ein Schmuggelfund aus dem KZ Ravensbrück“, „KZ-Aufseherin Irma Grese“, „verfolgt als „Zigeuner“ – Frank Rosenbach“, „Musik als Lebensretter – das Mädchenorchester in Auschwitz“, „das Vernichtungslager So bi bor: das Schicksal von Julius Schelvis und seiner Familie“.

Nach einer kleinen Stärkung befassten sich nun die Gruppen mit ihren zugewiesenen Themen und setzten sich nach Beendigung der anderthalbstündigen Arbeitszeit alle zusammen, um ihre Ergebnisse zu besprechen. Dabei zogen sie persönliche Schlüsse und Erkenntnisse aus den bereitgestellten Arbeitsmaterialien. Das Interesse der Gruppenleiter an den Schülermeinungen sowie deren Verbesserungsvorschlägen war sehr, hoch. Überdies waren sie sehr freundlich und übermittelten das Wissen gut. Für zukünftige 12. Klassen, aber auch für Interessierte, ist ein Besuch diese Gedenkstätte sehr empfehlenswert.

von Lisa Marie Wingens

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Unser Studientag in der Wannseegedenkstätte

Nach einer circa zwei stündigen Busfahrt trafen wir nun an dem Ort an, an dem am 20. Januar 1942 die berühmte Wannseekonferenz stattfand, bei der die ,,Endlösung der Judenfrage“ geklärt werden sollte. Doch genaueres zu dieser Konferenz erfuhren wir vor Ort leider nicht, da wir direkt in 3 verschiede Gruppen eingeteilt wurden. Meine Gruppe, Gruppe 2, hatte das Thema „Die KZ‘ s aus Sicht der Häftlinge und der SS“, was meiner Meinung nach eine sehr interessante Thematik ist. Unsere beiden Dozenten Constanze Jaiser und Jacob David Pampuch begannen mit einer Vorstellrunde, in der jeder von uns sich zu sich selbst und zu einem eventuellen Bezug zum 2. Weltkrieg äußern sollte. Dabei stellte sich heraus, dass in Wolmirstedt 1939 erste polnische Kriegsgefangene festgehalten wurden, was mich persönlich ziemlich überraschte. Frau Jaiser zeigte uns diesbezüglich ein Bild und erzählte uns noch weitere interessante Fakten. Nach einem gemeinsamen Brainstorming zum Thema ,Die NS-Zeit und der 2. Weltkrieg“ durften wir nun für 20 Minuten in die im Erdgeschoss befindliche Ausstellung gehen mit der Aufgabenstellung sich Notizen zu den Täter – und Opfergruppen zu machen. Danach verglichen wir unsere Notizen relativ lang, sodass wir anschließend auch schon zum Mittagessen mussten, welches wir vorher für wenig Geld bestellen konnten. Nachdem wir uns in der Mittagspause mit unseren Klassenkameraden über die unterschiedlichen Herangehensweisen der Dozenten austauschen konnten, war ich doch sehr zufrieden mit meiner Gruppe, da meine Dozenten sehr viel Wert auf die Zusammen-arbeit miteinander legten und man somit seine eigene Meinung stets frei äußern konnte, was in den anderen bei den Gruppen nicht immer der Fall war. Zurück in unserem Raum sollten wir uns in fünf verschiedene Kleingruppen mit vorbereiteten Arbeitsmaterialien einteilen. Jedes Thema war sehr interessant, wie zum Beispiel ,,Ein Schmuggelfund aus dem KZ Ravensbrück“ oder „Musik als Lebensretter“, weshalb mir persönlich die Auswahl auch ziemlich schwer fiel. Letztendlich entschied ich mich mich jedoch für das Thema „Die KZ-Aufseherin Irma Grese“. Hierfür bekam meine Gruppe sehr viel Material, welches wir innerhalb von circa 90 Minuten in der Bibliothek ausarbeiten sollten. Danach stellte jede Kleingruppe ihre Ergebnisse vor, was erneut viel Zeit kostete. Dazu trug auch Frau Jaiser bei, die zu jedem Thema noch einmal ihre Meinung äußerte, was eine Diskussion unterunter-einander leider erschwerte. Lobenswert an ihr war beispielsweise dennoch, dass sie stets auf jede unserer Fragen leichtverständlich antworten konnte und sie uns als Zusammenfassung ein Handout ausgab. Auch abgesehen davon fand ich unsere Dozenten sehr sympathisch und fühlte mich den ganzen Tag über sehr gut aufgehoben.

Dennoch ging meiner Meinung nach der eigentliche Sinn des Studientags etwas verloren, da ich eigentlich die Hoffnung hatte mehr über das Thema ,,Die KZ‘ s aus Sicht der Häftlinge und der SS“ zu erfahren. Insgesamt bin ich daher eher geteilter Meinung wenn es um die Frage geht, ob der Ausflug Sinnvoll oder Überflüssig war. Denn einerseits fand ich den Besuch sehr informativ und lehrreich, da wir wirklich interessante Themen zur Auswahl hatten. Für jeden war somit meiner Ansicht nach etwas Interessantes dabei und für mich persönlich gab es auch viele Dinge die ich vorher noch nicht wusste. Andererseits habe ich mir dennoch inhaltlich noch mehr von dem Studientag erhofft, denn über die anderen Themen, die ich auch sehr interessant fand, erfuhren wir leider nichts. Ich würde schließlich sagen, dass der Ausflug sinnvoll war, auch wenn eventuell einige Sachen verbessert werden könnten.

Abgesehen davon kann ich diesen Besuch in der Wannseegedenkstätte dennoch weiterempfehlen, da es eine sehr gute Erfahrung außerhalb des Klassenzimmers war und mir das selbständige Arbeiten in den einzelnen Gruppen sehr gut gefallen hat. Ich finde es ist somit eine sehr lehrreiche Alternative zum Unterricht und so eine Art von Ausflügen sollte definitiv auch in anderen Klassen durchgeführt werden. Denn die Thematik „Der 2. Weltkrieg und der NS-Terror“ ist von besonderer Bedeutung und leider verschließen bis heute noch eine Vielzahl an Menschen die Augen davor oder wissen einfach zu wenig über die Wahrheit dieses Schreckens. Und genau um das in den jüngeren Generationen zu verhindern ist meiner Meinung nach diese Art von Ausflügen notwendig und sinnvoll.

Ein Artikel von Lisa Marie Omoregie Zielitz, 29.12.2015

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