Schule ohne Rassismus

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Schule ohne Rassismus beim Landestag

Unsere Schule nahm am 21.09. am Landestag Schule ohne Rassismus Schule mit Courage in Magdeburg teil. In unterschiedlichen Workshops bekamen die Schüler der Projektgruppe die Möglichkeit, mehr über das diesjährige Motto „Fremd – hier – dabei sein“ nachzudenken, neue Erfahrungen zu sammeln und sich mit anderen engagierten Schulen auszutauschen.

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Die Ballons vom Cucula kommen an

Ballon Karte

SgR Ballon3

SgR Ballon1 Artikel Cucula 20160523

2014

Projekt „Friedenstaube“

„Frieden auf Erden

das würde toll werden.

Freundschaft und Liebe

vertreibt alle Diebe.“

-Botschaft einer Friedenstaube-Bild_taube

 

Hier ein Bericht über dieses Projekt!

Einen Blick zurück finden Sie hier.

 

2010/11

Erfolgreiche Aktion „Benefiz für Hospiz“ am 13.05.2011

Einen Bericht und eine Notiz über Frau Schlaugat als verantwortliche AG-Leiterin findet man nach dem Anklicken der Link:   Link 1  und  Link 2

Eine Spende von über 1506 Euro konnte an das Luisenhaus der Pfeifferschen Stiftung übergeben werden.
Besuch des Jüdischen Museum aus Berlin im Gymnasium

Am 16. März 2011 besuchten Mitarbeiter des Jüdischen Museums aus Berlin das Gymnasium und führten Workshops mit Schülern zum Thema „Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945“ durch.

Einen Bericht und einige Fotos findet man hier.

Auf Einladung der AG „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ weilte der australische Historiker Dr. Michael E. Abrahams-Sprod (auf dem Foto gemeinsam mit Frau Schlaugat, der Leiterin der AG) am 13.01.2011 im Wolmirstedter Gymnasium und stellte einer interessierten Öffentlichkeit seine Forschungen über die  jüdische Familie Herrmann vor, die bis zu ihrer Übersiedlung nach Magdeburg im Jahr 1935 in Wolmirstedt gelebt hat. Eine der wenigen Überlebenden der Familie ist Inge-Ruth Hermann gewesen, der die Flucht nach Australien gelungen war.

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Karin Petersen, Lehrerin am Gymnasium, hat die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Eine von sechs Millionen- Das Schicksal von Inge Herrmann aus Wolmirstedt
Inge-Ruth Herrmann  wurde am 12.Oktober 1922 in Wolmirstedt geboren. Ihr Vater Otto, von Beruf Kaufmann (geb. am 24.10.1880 in Landsberg, gest. am 16.10.1944), und ihre Mutter Regine geb. Manneberg (geb. am 2.1.1886 in Zittau, gest. am  28.10.1944) waren vermutlich in Wolmirstedt schon vor dem 1. Weltkrieg ansässig, wie eine Nachricht von der  Beerdigung von Inges älterem Bruder Manfred während des 1. Weltkrieges belegt.
Inges Eltern betrieben ein Geschäft für Damen- und Herrenbekleidung in der Stendaler Straße (heute August-Bebel-Straße) in Wolmirstedt, sie hatten ein Wollgeschäft in Magdeburg und waren Teilhaber der Schürzenfabrik Herrmann & Jäger in Magdeburg.
Inge wuchs behütet in Wolmirstedt auf, hier wurde sie 1929 eingeschult, hatte ihre Spielkameraden ( alte Wolmirstedter erinnern sich an sie); ihre Eltern waren angesehene Geschäftsleute, das Geschäft ging gut, die Wolmirstedter wussten, dass sie hier Qualität kauften und freundlich bedient wurden.  Die Familie verbrachte die Ferien oft in Heringsdorf in der Pommerschen Bucht an der Ostsee.

Dies änderte sich nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten. Seit dem Boykott jüdischer Geschäfte, der zunehmenden antijüdischen Propaganda und weiteren Diskriminierungen durch die  Nazis lief das Geschäft immer schlechter und die Herrmanns mussten 1935 das Geschäft aufgeben.
Die Familie zog am 1.Oktober 1935 in eine kleine preiswerte Wohnung nach Magdeburg in die Große Klosterstraße 10 a, das Wollgeschäft befand sich dort in der Nähe und in Magdeburg, wo zwei große jüdische Gemeinden (1933 ca.1900 Mitglieder) existierten, erhoffte man sich wohl auch  Solidarität und Unterstützung. Aber auch das Wollgeschäft in Magdeburg wurde später zwangsarisiert, des Weiteren  drängte der deutsche Teilhaber Jäger ohne jede Entschädigung die Herrmanns aus der Schürzenfabrik. Herr Herrmann erlitt daraufhin einen Herzinfarkt.
Inge besuchte eine Schule in Magdeburg, jüdische Schüler wurden aber immer stärker von deutschen Schülern und Lehrern gedemütigt und drangsaliert. Die Einschränkungen für Juden wurden immer größer und so entstand in Inge der Wunsch zu emigrieren. Die erst 14-Jährige stellte  in Berlin einen solchen Auswanderungsantrag. Die Herrmanns hofften allerdings, dass die Situation sich wieder beruhigen, zum Besseren wenden würde. 1937 erhielt Inge die Möglichkeit nach Brasilien auszuwandern, aber die Mutter, für die Brasilien zu weit entfernt war, verhinderte dies. Ein Jahr später hatte sich die Situation für die jüdischen Deutschen so dramatisch verschlechtert, dass die Eltern Inge und ein zweites Mädchen, Gisela Jankelowitz, auf einen Kindertransport schickten. Der Zielort nach einer Zwischenstation in England war Australien: Am Ende der Welt!

Am 21.August 1938 wurden die Mädchen von der Synagogengemeinde verabschiedet und erhielten Geschenke: Inge bekam eine Porzellanpuppe mit handgestrickten Puppensachen von Mutter Regine, ein Wörterbuch und  eine Postkarte vom Innenraum der prächtigen Magdeburger Synagoge in der Großen Schulstraße. Inge fuhr ins Ungewisse, sie hoffte, dass ihrer Eltern bald nachkommen könnten.
Vor dem Pogrom am 9.November 1938 wurden die Eheleute Herrmann gewarnt und hatten sich in Sicherheit gebracht,eine Freundin von Inge versorgte sie mit Lebensmitteln , was sehr gefährlich war, sie wurde auch als Judenfreund beschimpft. Otto Herrmann wurde nach der Reichkristallnacht für einige Wochen in das KZ Buchenwald verschleppt. Er wurde beauflagt schnellstmöglich auszuwandern und erhielt die Möglichkeit nach Schanghai zu emigrieren, da aber seiner Frau, die Deutsche war, die Ausreise verwehrt wurde, entschied auch er sich zu bleiben. Er musste 1939 Zwangsarbeit leisten beim Bau einer Elbbrücke, eine körperlich sehr schwere Arbeit in Kälte und Nässe für den fast Sechzigjährigen.
1939/40 zog das Ehepaar nach Potsdam – Babelsberg und arbeitete kurze Zeit in einem jüdischen Haus, 1940 siedelten sie zu Verwandten nach Berlin um. Dort erhielten sie über Verwandte aus dem neutralen Schweden eine Nachricht von Inge, es gehe ihr gut.

Am 28.Oktober 1942 wurden dann Otto und Regine Herrmann in das KZ Theresienstadt deportiert, einige Wochen zuvor waren auch die über 80jährige Mutter und die Schwester Otto Herrmanns dorthin verschleppt  worden. Sie lebten zwei Jahre in diesem KZ in Angst und Schrecken, hatten aber  die Möglichkeit, über das internationale Rote Kreuz Briefe und Postkarten an eine Schwester Otto Herrmanns, Betty Caspari, nach Schweden zu senden und zu erhalten.
Regine Herrmann wurde mit dem letzten Transport aus Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Sie starb am 28. Oktober 1944. Ihr Mann Otto, seine Mutter und Schwester waren schon einige Tage zuvor deportiert worden. Otto Herrmann starb am 16.Oktober 1944 in Auschwitz.
Inge Herrmann lebte in Australien und war dort verheiratet, hat Kinder und Enkel. Sie verstarb am 14.12.2008 in Sydney.

In Magdeburg gibt es in der Großen Klosterstraße einen Stolperstein für die Familie Herrmann.

Ein weiterer Text zum Vortrag des Historikers.

Geschichte findet „Stadt“! Und ihr seid dabei!

Unsere Schule hatte es sich dieses Mal zur Aufgabe gemacht, die jüdische Vergangenheit unserer Stadt zu erforschen und somit in das Bewusstsein der Menschen zu rücken. Denn wir wollten nicht ohne Grund den Titel „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ tragen. Am 30.09.2010 um 17.00Uhr haben sich aus diesem Grund viele interessierte Schüler, Lehrer und Bewohner Wolmirstedts in der Aula und im Foyer unseres Gymnasiums zusammengetreffen, um gemeinsam eine kulinarische und kulturelle Entdeckungsreise rund um das Judentum anzutreten.

Dem Vergangenen ein Stück näher…
Der jüdische Abend am 30.09. liegt nun schon einige Tage zurück und trotzdem erinnern wir uns gern daran.
Am besagten Abend trafen bis gegen 17.00 Uhr zahlreiche interessierte Schüler, Lehrer und Wolmirstedter in unserer Aula ein, um sich ein Programm um die jüdische Vergangenheit anzuschauen.
Herr Frey begrüßte die Zuschauer zunächst auf hebräisch. Der Schulchor unter der Leitung von Frau Berfelde, und  das Schulorchester, an diesem Abend geleitet von Julia Jantos, berührten die Zuhörer mit Liedern wie „Tumbalalaika“ oder „Tschiribim Tschiribim“ nachhaltig.
Im Anschluss erklärte Pfarrer Heine, was es mit verschiedenen jüdischen Gegenständen und Symbolen auf sich hat und Frau Schlaugat präsentierte stellvertretend für die AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ die ersten Ergebnisse der Spurensuche nach den ehemaligen jüdischen Mitbürgern in Wolmirstedt.
Darüber hinaus beeindruckten die Schülerinnen Helene Müller am Klavier und Mareike Ratzeburg auf der Klarinette. Nach diesen musikalischen Beiträgen wurden die drei Erstplazierten des Fotowettbewerbs rund um den jüdischen Friedhof –  Yves Krone, Sabrina Heckroth und Judith Michaelis aus den 10. Klassen – auf die Bühne gebeten und für ihre Arbeiten mit einer Prämie ausgezeichnet.
Den Höhepunkt des Programms präsentierten jedoch Stafanie Holze und Julia Jantos, die mit ihrem Stück „Selma – In Sehnsucht gehüllt“ die Zuschauer zu Tränen rührten. Selma Meerbaum-Eisinger  ist ein Mädchen aus Rumänien gewesen, das im Alter von 18 Jahren in einem ukrainischen Arbeitslager den Tod gefunden hat. Sie hinterließ Gedichte, die von Stefanie eindrucksvoll rezitiert und von Julia am Klavier begleitet wurden.
Nachdem die Gäste des Abends von Alina Gladow und Antonia Viohl mit den Worten: „Was die Lebenden zu den Toten sagen, hören sie nicht, doch was die Toten zu den Lebenden sagen, müssen die Lebenden verstehen“ aus der Aula verabschiedet worden waren, warteten im Foyer eine Vielzahl von Ständen, welche jüdische Spezialitäten anboten, auf die Besucher.
Um 19.00 Uhr machten sie die Mitglieder der AG und eine Vielzahl der Besucher des Abends auf den Weg zum in der Nähe des Gymnasiums gelegenen jüdischen Friedhof, wobei der Weg über freies Feld dankenswerterweise von den Kameraden der Feuerwehr beleuchtet wurde.
Nach einigen Worten von Pfarrer Heine wurde dort ein Erinnerungsstein enthüllt.
Die Resonanz der zahlreichen Gäste zeigt uns, dass sich die Arbeit gelohnt hat. glücklich und stolz blicken wir auf den jüdischen Abend zurück, der nicht nur in der Erinnerung einen Platz hat, sondern zu weiterer Auseinandersetzung mit der Thematik führen soll.
Wir danken allen engagierten Mitstreitern, die diesen Abend möglich gemacht haben und erneut gezeigt haben, was Schule über den Unterricht hinaus leisten kann.

Eure AG „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ und Frau Schlaugat
2009/10

Um den Titel zu verteidigen, plant unsere Schule jedes Jahr neue Aktionen und lässt einmal im Jahr ein Schulfest in diesem Rahmen stattfinden. In diesem Jahr fand unsere bisher größte Aktion statt, ein Benefizlauf, bei dem insgesamt 16.000 € für Projekte im Rahmen von „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ gesponsert wurden. An dieser stelle möchten wir noch einmal bei allen Organisatoren, Sponsoren und natürlich den Läufern bedanken.
2006/07

hat unsere Schule einen neuen Titel erhalten und darf sich seitdem „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“ nennen. Bei diesem Titel handelt es sich um ein europaweites Projekt, welches sich gegen Rassismus und Gewalt einsetzt, wobei der Grundstein von diesem Projekt von Schülern in Ungarn gelegt wurde. Es dauerte nicht lange, bis dieses Projekt auch nach Deutschland kam und es sind nun schon 401Schulen, die diesen Titel tragen dürfen.

Um diesen Titel zu erlangen, mussten mindestens mehr als 70 Prozent der Unterschriften aller Schüler, Lehrer und Mitarbeiter unserer Schule erbracht werden. Des Weiteren musste ein Pate gefunden werden, der das Projekt unterstützt, wobei wir den Handballspieler Joél Abati vom SCM gewinnen konnten. Jedoch kehrte dieser wieder zurück in sein Heimatland Frankreich, womit wir uns einen neuen Paten suchen mussten. Somit haben wir unseren jetzigen Paten Fabian Van Olphen, ebenfalls ein Handballspieler des SCM erhalten.

Durch den Titel und die Auseinandersetzung mit diesem Thema werden Gewalt und  Rassismus nachhaltig abgebaut werden. Des Weiteren lernen die Schüler selbstständig zu arbeiten, planen und zu organisieren, da ihnen die Lehrer nur helfend zur Seite stehen und sie selbst so viel, wie möglich alleine machen sollen. Allerdings benötigt es dafür auch immer Schüler die sich aktiv für den Titel engagieren und einsetzen. Die Gruppe um Frau Schlaugat, welche sich um die Organisation kümmert, kann somit immer neue Helfer gebrauchen.

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