Klimawandel ist keine Meinungssache

„[…] Klimawandel ist keine Meinungssache. Jeder neue Bericht des Weltklimarates macht deutlicher: die Wissenschaft wird immer sicherer, dass er da ist, menschengemacht und in seinen Folgen eher drastischer als bisher gedacht. Dies zu bestreiten heißt: kurzsichtig sein, Fakten ignorieren und mit Wahrscheinlichkeiten dumm umgehen. Zweifel sind wichtig für die Wissenschaft. Aber sie begründen keine Untätigkeit – im Gegenteil. Wenn sich Wissenschaftler bei anderen Fragen so sicher wären wie beim Klimawandel, wäre es schön[…].“[1]

So formulierte Werner Eckert in einem Kommentar zur Tagesschau am 25.September 2019

Klimawandel ist keine Meinungssache, sie ist ein Tatbestand. Wir leben in einer Welt, die wissenschaftsbasiert stetig neue Produkte entwickelt, das menschliche Genom entschlüsselt hat, Weltraummissionen ermöglicht oder Geißeln der Menschheit, wie Pest, Pocken oder Tuberkulose wirksam bekämpfen kann. Wohlgemerkt kann; der z.B. leichtsinnige Umgang mit Vorsorgeimpfungen gegen die Masern könnte als Beispiel gelten, wie, um Eckerts Formulierung zu nutzen, „dummer Umgang“ mit wissenschaftlichen Erkenntnissen neue Gefahren für unsere Gesundheit heraufbeschwört.

Schule ist ein Ort der Zukunft. Hier lernen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die am Anfang ihres Lebens stehen. Schüler/innen in ganz Europa haben eindringlich mit regelmäßiger Schulverweigerung darauf hingewiesen, dass der Klimawandel ein existenzielles Problem darstellt. Die Auseinandersetzung mit den Veränderungen, die das inzwischen so bezeichnete Anthropozän[2] mit sich bringt, ist nicht nur ein Thema für die Straße, wo es in griffigen Losungen plakatiert wird. Es ist ein Thema der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Erörterung.

Nicht Schulverweigerung sondern intensive Beschäftigung mit dem Umweltthema in den Schulen sollte m.E. im Focus stehen.

Das Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium Wolmirstedt veranstaltet am 27.02.2020 einen Umweltprojekttag. Dieser ist als Auftaktveranstaltung für eine zukünftig aktive Auseinandersetzung mit Möglichkeiten des Umweltschutzes im und außerhalb von Unterricht konzipiert.

Ich wünsche allen Lernenden, Lehrer/innen und unterstützenden Referenten einen interessanten und erfolgreichen Unterrichtstag und bedanke mich vorab für die Unterstützung des NABU, des Liba e.V. Barleben, der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt, den Verbrauchermärkten NORMA und EDEKA-Nah & Gut Bellmann u.a..

C. Koslowski

Schulleiter

Bildergebnis für umweltschutz müll
Foto: Getty Images / urfinguss


[1] https://www.tagesschau.de/kommentar/kommentar-klima-101.html, 15.02.2020

[2] Eine Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern auf einem Internationalen Geologischen Kongress im südafrikanischen Kapstadt rief am 29. August 2016 das Erdzeitalter Anthropozän aus. Ánthropos bedeutet im Altgriechischen „Mensch“ und kainós „neu“. Anthropozän bedeutet ein neues geologisches Zeitalter, das vom Menschen bestimmt ist. Denn der Mensch greift seit Beginn der Industriellen Revolution vor rund 200 Jahren so massiv in die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde ein, dass die Auswirkungen noch in 100.000 bis 300.000 Jahren zu spüren sein werden.

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